DELTA SPIRIT - HISTORY FROM BELOW

Delta Spirit

DELTA SPIRIT - HISTORY FROM BELOW
VÖ: 02.07.2010
Label/Vertrieb: Rounder Records/Universal Music

Voller Stolz und Freude kündigen Rounder-Records die Veröffentlichung des neuen Albums „History From Below“ von Delta Spirit (auf CD und Vinyl) für den 02. Juli 2010 an. Produziert hat es Bo Koster, der Keyboarder von My Morning Jacket.
Aufgenommen wurde im Prairie Sun Studio C in Cotati, Kalifornien – dem Ort, an dem Tom Waits die meisten seiner Alben seit 1991 einspielte.

„History From Below“ ist der Nachfolger des 2008-09 allerorts umjubelten Albumdebüts „Ode To Sunshine“ der Americana-Band. „Ode To Sunshine“ machte Delta Spirit in der US-Presse zu Erben der Violent Femmes und Waterboys, von Wilco, Neil Young und Northern Soul. „Schwer beeindruckt“ vergab das „Spin“-Magazin 4 von 5 Sternen, während Jim Fusili vom Wall Street Journal nicht mehr „vortäuschen wollte, bei Delta Spirit noch objektiv zu sein“, und ausrief: „Ich liebe diese Jungs!“

Einen Song nach dem anderen stellten Delta Spirit das Material ihres zweiten Albums zusammen, kommentiert Sänger-Gitarrist Matthew Vasquez. Nicht weniger als drei Jahre war das Sextett mit „Ode To Sunshine“ auf Tour. Das neue Material entstand in Hotelzimmern, wurde live vor Publikum getestet und poliert. „Wir nahmen uns im letzten Jahr sechs Monate dafür, ein Album aufzunehmen, dessen Songs das Ergebnis von drei Jahren des Wachsens als Band sind“, beschreibt es Sänger-Gitarrist Matthew Vasquez.

„History From Below“ sprudelt nur so über vor bewegender Musik, pendelt zwischen gewaltigen und innigen Momenten, brummt vor Ideen und Eloquenz, lässt tief in die Seele von Delta Spirit blicken, man spürt den Geist, den sie auf ihren Live-Gigs versprühen. Das „Filter“-Magazin schreibt: „Die Jungs von Delta Spirit werden ein bisschen experimenteller. Indes, „White Table“, ein Upbeat-Track voller unbarmherziger Perkussion erinnert einen an Vampire Weekend.“ Den Track „Ransom Man“ verortet die New York Times in unmittelbarer Nähe von Ryan Adams.

„Wir spielten irgendwas bei 290 Shows in den letzten zwei Jahren“, bilanziert Bassist und Bandgründer Jon Jameson. „Eigentlich hatten wir nicht geplant, so lang für „Ode To Sunshine“ auf Tour zu gehen, aber wie kann man Nein dazu sagen?! Immer mehr Kids kamen zu unseren Shows. Bands, die wir lieben und verehren nahmen uns mit.“ Vor „Ode...“ spielten Delta Spirit mit Emo- oder Indie-Bands wie Cold War Kids oder Clap Your Hands Say Yeah in einem Line-Up. 2008 und ´09 konnte man sie gemeinsam mit Dr. Dog oder den Willowz erleben. „Nach einer Weile wird man müde, dieselben 10 Songs immer wieder zu spielen“, sagt Jameson, „nicht falsch verstehen: jedes Mal, wenn wir „Strange Vine“, anstimmen, bringt das immer noch ein Lächeln auf meine Lippen. Aber dann schrieb ich einen Song über Franz von Assisi, „St Francis“. Es fühlte sich so gut an, mal etwas anderes zu spielen. Dann kamen „Vivian“, „9/11“, „Bushwick Blues“, „Salt In The Wound“, „Vitality“ und ein paar andere dazu, die wir in die Setlisten schmuggelten.“ Im letzten August hatte die „Ode“-Tour ein Ende. 99% aller Bands wollen dann erstmal Abstand, sich eine Weile nicht sehen, nach fast drei Jahren der Enge von Tourbus, Hotelzimmer und Backstage-Bereich. Nicht so Delta Spirit, die sofort eine große, blaue Gewerbe-Immobilie in Long Beach mieteten und da einzogen. Innerhalb einer Woche bauten sie eine Garage zum Übungsraum aus und schmiedeten dort „White Table“, „Ransom Man“, „Scarecrow“, „Devil Knows You´re Dead“, im Finish noch „Golden State“, erzählt Jameson.

Kelly Winrich, Multi-Instrumentalist und Band-Mastermind, hat ein Studio bei seinen Eltern im Keller. Dort wurde aufgenommen, eigentlich sollten es nur Demos werden, aber „einiges war so gut, dass wir es einfach behalten mussten“, sagt Jameson. Irgendwann wurde es bei den Eltern zu gemütlich. Als man sich zu oft TV-Serien wie „Dexter“ im Pay-TV anschaute, wurde es Zeit zu gehen. „Wir wollten eine verlassene Kirche, machten Witze über Griechenland, bildeten uns ein, wir würden es in eines der großspurigen, schicken L.A.-Studios schaffen, aber dann landeten wir im Prairie Sun von Cotati“, erzählt Jameson. „Herr Waits machte ein paar Alben dort, wir konnten dort auch wohnen, also nichts wie hin. Es ist eigentlich eine umgebaute Scheune, aber das trifft´s bei weitem nicht, ein wahnsinniger Raum, bepflastert mit krasser Kunst, der Tisch in der Sitzecke ist ein blau angemalter Baumstamm. Du gehst raus und bist umzingelt von Hähnen und schöner Landschaft. Wir fanden einen kleinen Golfplatz, einen Irish-Pub und einen Starbucks. Ich traf einen russisch-orthodoxen Priester, der mir erzählte, die vom Studio hätten ihn einmal angerufen, damit er ein exorzistisches Ritual durchführte, nachdem eine knurrige Metal-Band dort schlechte Vibrationen und wer weiß was hinterlassen hatte.“

Vorbei kamen die guten Freunde Eli und Bo, die beim Produzieren halfen. Klingt alles einfach und selbstverständlich, war es aber nicht. „Wir hatten Momente, in denen wir dachten, dass wir die schwindenden Weltreserven von 2“-Tonband schamlos verschwendeten“, sagt Jameson. „Es war kein leicht zu machendes Album. Es hätte drei verschiedene Alben werden können, aber zum Glück fanden wir nur eins. Es klingt auch nicht wie unser letztes Album. Und das nächste wird nicht so klingen wie dieses. Wir lieben es und wir glauben fest daran, dass andere es auch lieben werden.“

Im Folgenden ein „Track-by-Track“ von Matthew Vasquez:

9/11
Ich habe „9/11“ geschrieben, während ich das Buch „The People´s History of the United States“ von Howard Zinn gelesen habe, ein Buch über Klassenkampf, die Weltbank, das amerikanische Imperium und die generelle Apathie der US-Amerikaner der Tatsache gegenüber, dass wir uns in einem Krieg befinden, der in seinem ersten Jahr mehr unschuldige Menschen getötet hat als die Terroristen von 9/11.

Bushwick Blues
Dieser Song ist über eine Frau, die ich 2008 vor einem Club in New York getroffen habe, dem „Pianos“. Sie gab mir ein Demo von ihrer Musik, und ich wurde schlagartig zum eisernen Fan. Einige Male, wenn ich wieder in New York war, konnten wir uns sehen, uns gegenseitig Songs vorspielen und unsere Lebensgeschichten austauschen. Lange war es unmöglich, andere Frauen nicht mit ihr zu vergleichen. Schließlich kam ich über sie hinweg.

Salt In The Wound
Es dauerte drei Monate, diesen Song zu schreiben. Ich hatte ihn schon länger in meinem Kopf entworfen. Es geht darum, wie hart es ist, sich mit seinen eigenen Perspektiven und Schlussfolgerungen zu konfrontieren. Noch härter ist es, die Idee anzunehmen, dass Gott nicht existiert. „Darf ich hinzufügen, dass Gott doch existiert?“ Aber lass uns dialektisch bleiben und feststellen, es gibt keinen Gott und alles, was die Menschheit je gefühlt, geschrieben oder erreicht hat, wird von der Sonne irgendwann verbrannt werden. Bedeutet das, ich sollte meine Hände über dem Kopf zusammenschlagen und ausrufen, es habe doch alles keinen Sinn? Sicher nicht. Soweit es mich betrifft, ist es mein größter Stolz, ein Teil der menschlichen Erfahrung sein zu dürfen. Der größte Ausdruck der Kunst ist einfach nur zu existieren.

Ransom Man:
„Ransom Man“ entstand aus einer Schreibübung. Methoden im Songwriting haben die Eigenart, sich irgendwann abzunutzen. Wenn du jeden Tag mit deiner alten Gitarre da sitzt, im selben alten Stuhl, mit denselben alten Gedankenmustern, dann wirst du auch immer das gleiche Zeug machen. Manchmal kann einfach nur ein anderer Akkord alles komplett verändern. Im Falle von „Ranson Man“ hatte ich so einen tollen neuen Akkord, aus dem schnell ein Hook wurde. Das Problem war, dass ich keine Textidee dazu hatte. Ich hatte nur diese Schlüsselzeile „I am your ransom man“. Also fing ich an einfach drauf los zu schreiben. Auf einmal hatte ich zwei Seiten, und in einem geheimen wissenschaftlichen Prozess ordnete ich sie zu einer Story. „Ransom Man“ ist die Geschichte eines Auftragskillers, der sich in sein Opfer verliebt.

Scarecrow
Ich war in einer Beziehung, die nicht klappte. Dann schrieb ich einen Song mit dem Titel „Scarecrow“ darüber.

Vivian
Ich glaube nicht an Geister, aber mich hat vielleicht einer besucht. Als meine Großmutter an Krebs starb, nur einige Monate nach dem Tod meines Großvaters, saß ich im Garten hinter ihrem Haus in Dripping Springs, Texas, und dieser Song kam. Ich glaube, er war schon fertig, bevor ich ihn überhaupt aufschrieb.

St. Francis
„St. Francis“ könnte mein Lieblingssong des Albums sein. Kelly und ich schrieben ihn zusammen, beziehungsweise, ich klaute ihm ein paar Akkorde, die er gerade für ein Interlude schrieb, nahm sie mit nach Hause und fügte einen Refrain hinzu.

Ballad of Vitaly:
Wir hatten 50° Minus in Iowa, als ich meinen Morgenkaffee nahm und die New York Times aufschlug. Im Auslands-Teil fand ich einen Bericht über einen Mann namens Vitaly, es war die Fortsetzung einer Story darüber, dass Vitaly einen Mann getötet hatte, der für den Tod seiner beiden Kinder verantwortlich gewesen war. Bei der Frage, ob er die Tat bereue, sagte Vitaly: „Nein, denn seine Kinder haben eine Zukunft, und meine Kinder nicht.“ Hätte er diese Tat vor hundert Jahren in Amerika begangen, dann gäbe es sicher heute 30 Balladen von Vitaly, zusammengetragen von {dem amerikanischen Musikethnologen und Feldforscher} Alan Lomax.

Golden State
Der letzte Song, den wir für das Album geschrieben und aufgenommen haben. Als wir zum Ende des Songwriting-Prozesses kamen, stellten wir fest, dass etwas sehr Wichtiges auf dem Album noch fehlte. Es gab viele Upbeat-Songs, aber sie hatten alle so einen unterschwelligen Sarkasmus. Wir hatten das Verlangen, etwas Schlichtes und Positives zu sagen, und was könnte schlichter sein, als einfach mal unseren Freunden und Fans zu danken, die uns auf 290 Konzerte geschickt haben letztes Jahr. Ich bin sehr stolz, wenn es um unsere Fans geht. Sie sind eine endlose Quelle der Ermutigung und Inspiration.

Matthew Vasquez und Kelly Winrich werden am 26. Mai in Berlin sein.

http://www.myspace.com/deltaspirit

http://www.deltaspiritbydeltaspirit.blogspot.com


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