THE ROCKS - "Letters From The Frontline", release 30.05.2008
THE ROCKS - "Letters From The Frontline"
VÖ: 30.05.2008
Label/Vertrieb: Weekender Records/Indigo
Presse Promo
Sie sind jung, sie sehen gut aus und sie haben ein astreines Bandlogo: Ladies & Gentlemen: THE ROCKS aus London!![]()
Übersetzt man den Titel des THE ROCKS-Debüts mal geschichtlich, dann haben die „Letters From The Frontline“ eher so negative Vibes - von wegen Krieg ist ja prinzipiell scheiße und denkt nur an all die armen Soldaten, die verzweifelte Briefe in ihre Lichtjahre entfernten Lieben zu Hause schreiben. Wie kommt also eine Südsee-Palmen im Logo und Sonne im Herzen tragende Party-Combo wie THE ROCKS auf einen solch kriegerischen Titel? Keine Ahnung. Muss man wohl eher metaphorisch betrachten.
Die Territorien, in die sich THE ROCKS mit ihrem Debütalbum vorwagen, sind weder krisengeschüttelt noch vermint, sondern bereits weitläufig beackert und ausreichend gesichert. Um so bemerkenswerter, dass die ROCKS-Fraktion aus London ihrem Sound zwischen Indie, Doo-Woop und Punk ein individuelles und markantes Gesicht zu verpassen versteht. Was der NME so niedlich als "hopeless, wank-for brains Camden-ite twatoids" bezeichnet und die Teenie-Gazette Rocksound mit "Think The Clash being eaten by lions. Brilliant!" umschreibt, ist im Grunde nichts weiter als die in die Praxis umgesetzte Fusion von fünf entgegengesetzten Charakteren und deren individuellen musikalischen Vorlieben. Ergo: Auch THE ROCKS müssen echt verzweifelt sein. Irgendwie.
Oder vor allem: Und wie! Schon die erste Single des Albums namens „Heartbreak City“ ist eine so herzerreißende und alte Caddilacs und Pettycoats ins Gedächtnis rufende Herzschmerz-Hymne, dass man sich erst mal die Tränen wegwischen muss. Das von Frontmann James Taylor sehnsüchtig ins Mikro gerotzte und von Gitarristin Sarah Bacon mit Backingvocals in bester Teen Idols-Tradition versehende Stück spiegelt jedoch nur eine Facette der ROCKS wider. Die Band ist der Link zwischen der Arroganz und Coolness der Strokes, dem schnoddrigen Mir-doch-egal-Punk der Paddingtons und der spukig-mysteriösen Kälte der Cramps. Bei so viel zu verdauendem Input muss man schon mal zum Stift greifen und Ballast ablassen.
Damit ihr die Band noch ein bisschen besser versteht, hier ein paar Merkmale, die auf den individuellen Charakter (und ein bisschen die musikalischen Einflüsse) der einzelnen Bandmitglieder schließen lassen:
James Taylor, Gesang: James ist groß, hat lustige Locken und trägt bevorzugt weiße hemden mit schwarzen Anzügen (oder umgekehrt). Er klingt manchmal wie Julian Casablancas und manchmal wie ein Mafioso aus Casablanca. Außerdem malt er sich mit Edding kryptische Botschaften auf die Oberarme.
Sarah Bacon, Rhythmusgitarre: Sarah heißt mit Nachnamen vielleicht Schinken, ist aber trotzdem dünn und ziemlich platinblond. Sie trägt gerne Petticoats, hat ein lustiges „Viva Hate“-Tattoo auf dem Oberarm und kann super Backingvocals singen.
Mauro Venegas, Leadgitarre: Mauro steht genauso dolle auf Seditionaries- und Vivienne Westwood-Klamotten wie einst die Sex Pistols, hat seine Klampfe schön Steve Jones-mäßig unter der Hüfte und mag die Zeros. Guter Mann.
Chris Mann, Bass: Über den guten Chris sind nicht viele Details übermittelt. Er spielt halt Bass.
Nick Bukowski, Schlagzeug: Genau wie Sarah ist Nick im Verdacht, sich einen Künstlernachnamen zugelegt zu haben, denn als Bukowski wird man nicht geboren, sondern vom Leben dazu gemacht! Nick trommelt.


