Dogs - "Tall Stories From Under The Table" release 06.07.2007
Dogs - "Tall Stories From Under The Table"
VÖ: 06.07.2007
Label/Vertrieb: Weekender Records/Indigo
Presse Promotion
„Tall Stories from under the table“ – VÖ: 06.07.2007 (Weekender Records/Indigo)
Drei Top 40 Hits („London Bridge“, „She’s Gotta Reason“, „Tuned To A Different Station“), Anerkennung und Höchstnoten der Kritik, ein kleiner Hype in der Presse und eine extrem treue Fanbase, die mit Leib und Seele bei der Sache ist - Erstaunliches haben Londons DOGS bereits mit ihrem Debütalbum „Turn Against This Land“ erreicht. Dennoch haben sie für den Zweitling dem Major den Rücken gekehrt und bringen „Tall Stories From Under The Table“ über den Indie Weekender an den Start.
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„Wir haben’s drauf angelegt. Die haben in uns die neuen Razorlight gesehen. Wir nicht.“ begründet Sänger Johnny Cooke lakonisch den Bruch vom großen Label. „Ihre Idee von dem, was die Dogs sind, und unsere gingen einfach zu weit auseinander. Immer wieder wollten sie uns reinreden, aber wir ließen das nicht zu.“ Es gibt ein Leben nach dem Major. „Wir müssen uns keine Sorgen machen. Bei einer Band geht es doch ums live spielen – und unsere Konzerte im ganzen Land sind ausverkauft.“
Allerdings. „We Are The Dogs, we are the dogs, we are the dogs!!“ ist der Schlachtruf der treu ergebenen Dogs-Fans, den man kürzlich sogar im Münchner Atomic Café hören konnte – eine Handvoll diehards hatte sich fürs Auswärtsspiel im Mai extra auf den Weg nach Bayern gemacht. Einmal Dogs-Fan, immer Dogs-Fan.
Aber zum Album. „Tall Stories From Under The Table“ zeigt die Dogs facettenreicher als auf ihrem Debüt. Als hätte es was zum Verbessern gegeben - das waren Songs wie Pflastersteine! Kantige Wurfgeschosse von der Strasse, das The Jam V.2005, das waren melodische short sharp shocks, die auf die Knochen gingen, vor allem wenn Johnny messerscharf gescheiterte Beziehungen auseinander nahm. Dennoch war die Band nicht hundertpro zufrieden: „Unser erstes Album – das waren einfach nur die Songs unseres damaligen Sets. Wir sind quasi von der Bühne runter ins Studio geschickt worden“ erinnert sich Bassist Duncan Timms an die Sessions im Sawmills Studio unter John Cornfield (Supergrass). Gitarrist Rikki Mehta: „Wir haben uns als Band und Menschen weiter entwickelt, und das zweite Album reflektiert das sowohl musikalisch als auch textlich. Es drückt gute und schlechte Erfahrungen aller Art aus.“ Duncan: „Die zwei Jahre on the road wirken sich natürlich auch aus. Wir sind nicht mehr das next big thing, wir sind jetzt propere Musiker.“
So finden sch auf dem von Steve Musters (PJ Harvey, Tricky, Tom Vek) produzierten „Tall Stories From Under The Table“neben dem Dogs-typischen Punkpop der drei (bereits veröffentlichten bzw. designierten) Singles „Soldier On“, „This Stone Is A Bullet“ und „Dirty Little Shop“ diesmal auch andere Töne: Das von einer sanften akustischen Gitarre getragene „Chained To No One“ beispielsweise, das hymnische „Forget It All“ oder die hübsche, abschließende Ballade „Let It Lay“, bei der niemand Geringerer als Brit-Ikone Paul Weller, schon seit Anfangstagen bekennender Fan der Band, das Klavier beisteuert.
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Duncan: „Die Frage war nicht: Wie bringen wir Paul am besten unter? Wir brauchten jemanden, der Klavier spielen konnte und fragten uns: Wer aus unserem Bekanntenkreis spielt Klavier? ‚Paul könnte das’ - also haben ihn angerufen. Es käme uns nicht in den Sinn, seine Freundschaft für unsere Zwecke auszunutzen.“ (Anmerkung: dem Autor dieser Bio natürlich schon...) Johnny: „Paul Weller ist ein Mann mit Prinzipien. Klar ist er ein Vorbild, klar macht es uns stolz, dass er so hinter uns steht. Es ist eine Bestätigung für uns, auf jeden Fall.“
Weller ist aber natürlich nicht der einzige prominente Fan. Im Mai/Juni touren die Dogs mit DEM neuen UK-Hype The Twang die wohl meistbeachtete Tour der Insel. Manager zahlen normalerweise viel Geld für so eine Chance, die Dogs erhalten sie aus gegenseitiger Anerkennung. Johnny : „Ich laufe durch London und stoße auf eine Band beim Ausladen ihres Equipments vor einem Konzert. Ich höre sie tuscheln: ‚Das ist Johnny Dogs’, also bin ich hin, sage ‚Hallo, wer seid ihr?’ ‚Wir heißen The Twang’. Ich: ‚Ich habe von Euch gehört.. Ihr spielt heute?’ Also bin ich am Abend aufs Konzert, es war wirklich große Klasse, und wir sind seitdem Freunde. Neulich kam ihr Anruf: ‚Wir wissen, es ist komisch, weil ihr schon ein Album draußen habt und wir nicht – aber wir hätten euch trotzdem gerne dabei.’“
Dogs also. NICHT die neuen Razorlight, sondern eine durch und durch glaubwürdige Brit-Band von der Strasse. Eine Band mit weller’schen Prinzipien, die den ehrlichen Weg über die Pflastersteine dem Major-Label-Highway vorzieht und trotzdem (bzw. erst recht) ankommt – insbesondere bei Leuten, die Bescheid wissen, siehe Weller oder The Twang. Es sollte uns also nicht wundern, wenn der Fangesang „We are the dogs, we are the dogs, we are the dogs“ in Bälde an viel mehr Orten erschallt.


